| Baladi | |
Baladi
heißt vom Lande kommend und weist, auf die Musik bezogen,
auf deren Wurzeln in den Rhythmen, Liedern und musikalischen Formen der
Volksmusik hin. Sie ist aber im städtischen Milieu Kairos entstanden,
als Leute vom Land Anfang des 20. Jahrhunderts in die Stadt abwanderten,
um dort bessere Lebensbedingungen zu finden. Die neuen Stadtbewohner brachten
ihre musikalischen Traditionen mit und passten sie dem neuen Lebensgefühl
und den neuen Einflüssen an. Der Musik
haftet häufig eine Wehmut und Melancholie,
eine Trauer um verlorengegangene Bezüge an, was Baladi zum Blues
Ägyptens macht. Ein "schwerer Rhythmus" wird von Melodiebögen durchzogen, komplexe Strukturen überlagern sich, bis es zum Durchbruch des Rhythmus, zu einem peitschend-schnellen Teil, dem Tet kommt. Er drückt Feuer, Kraft und Stärke, manchmal gepaart mit Witz und Verspieltheit, aus und verlangt von der Tänzerin einige Virtuosität. Der Ausdruck eines breiten Gefühlsspektrums und komplexer rhythmischer Strukturen hat Baladi zu einer anspruchsvollen musikalischen und tänzerischen Kunstform werden lassen. |
|